Eine Booster-Impfung erst nach sechs Monaten kann zu spät sein

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Der Impfschutz kann viel früher verfallen.

Das große Schweigen um Antikörper-Tests

Ist G2 wirklich so sicher?
Bosterimpfung

Es ist allgemein bekannt, dass die Gruppe der Genesenen/Geimpften sich und andere erneut mit dem Virus infizieren kann. Umso mehr verwundert es, dass gerade diese Gruppe vielerorts von der schützenden Maskenpflicht befreit ist, wie auch von dem bewährten Abstandgebot. Es scheint in Vergessenheit geraten zu sein, dass Abstand virenbeladene Aerosolwolken ausdünnt und erheblich dazu beiträgt, einer Infektion, wenn schon nicht zu entgehen, so ihr doch die korpulente Intensität durch Verringerung der Virenlast zu nehmen, zugunsten eines milderen Verlaufs.
Durch den Verzicht auf diese beiden Maßnahmen, die sich als Schutz vor Infektionen bestens bewährt haben, wird der Kreislauf von Neuinfektionen geradezu befeuert.

Infektion trotz Impfung. Mögliche Ursachen.

Die Antikörper, die vorderste Front der Immunabwehr, waren entweder nicht ausgebildet, oder in zu geringer Anzahl vorhanden. Dementsprechend hat das Auswirkung auf die zweite Abwehrreihe, die T-Zellen (T-Gedächtniszellen).
Die sind zwar langlebiger und bodenständiger als die hallodrischen Antikörper, brauchen aber länger, um neue Antikörper aus ihrem trägen Gedächtnis heraus in Auftrag zu geben.
Genug Zeit also für das nymphomane Virus seiner Lieblingsbeschäftigung nachzugehen, sich explosionsartig zu vermehren, gerne auch ein zweites Mal im gleichen Körper.
Neben seiner triebhaften Neigung besticht das Coronavirus zusätzlich durch seine hohe Intelligenz. Triebhaftigkeit gepaart mit Intellekt ist eine gefährliche Kombination.
Im Vergleich zu dem Coronavirus kommt zum Beispiel das Ebola-Virus eher einfältig daher, ein bisschen doof gewissermaßen, denn es tötet seinen Wirtskörper und dann ist Schluss mit Vermehrung. Ende der Fahnenstange. Es sägt am eigenen Ast (wie wir Menschen im Übrigen auch).
Nicht so das Coronavirus: Es attackiert den Wirtskörper zwar, aber tötet ihn nicht. Es lässt ihn am Leben. Gerade soviel, dass er genesen kann, um ihn später erneut als Wirt zu missbrauchen.
Wie gut das funktioniert, erleben wir gerade bei einer Vielzahl von Impfdurchbrüchen allgemein und speziell in Alten- und Pflegeheimen.

Je milder die Infektion, desto weniger Antikörper werden gebildet.
Wer sich mit dem Coronavirus infiziert hat, ist zunächst vor einer weiteren Infektion geschützt. Aber dieser Schutz geht verloren und schreitet umso schneller voran, je mehr die Erstinfektion einen milden Verlauf genommen hat. Milder Verlauf = geringe Anzahl an Antikörper = Kein Schutz vor dem Virus.

Ein milder Verlauf verursacht eine geringere Anzahl an Antikörper, was eine Studie belegt,
die im Fachblatt →  „Nature Medicine” im Mai 2021 veröffentlicht wurde.
Auch Christoph Spinner, Infektiologe am Münchner Klinikum rechts der Isar, ist der Meinung, dass es sehr starke Hinweise drauf gibt, dass Menschen, die nur mild erkrankt waren, deutlich schlechter vor einer Wiederinfektion geschützt sind.

Ein rascher Abfall der Antikörper hat weder mit dem Alter zu tun, noch mit dem Impfzeitpunkt.
Wie auf der Webseite des Bayerischen Rundfunk zu lesen war, infizierte sich die 34-jährige Marie Lang, Weltmeisterin im Kickboxen, im Februar 2020. Die Infektion zeigte einen milden Verlauf.
Ein Antikörpertest auf das Coronavirus drei Monate später war positiv.
Neun Monate später infizierte sie sich ein zweites Mal. Dieses Mal waren die Symptome heftiger: Schüttelfrost, Gliederschmerzen, Verlust von Geschmacks- und Geruchssinn.
Trotz des schwereren Verlaufs konnten nach sechs Monaten erneut keine Antikörper nachgewiesen werden.

Doppelt geimpft war auch mein 52 Jahre alter Nachbar, der den Anlass zu diesem Artikel lieferte.
Er wurde im Juli 2021 das zweite Mal mit AstraZeneca geimpft.
Urlaub war angesagt. Mit Frau ab in den Süden: Sonne, Strand, Meer. Das Übliche.
Innerhalb einer anstehenden regulären Blutuntersuchung ließ er zusätzlich seinen Antikörper-Spiegel testen. Das Ergebnis war niederschmetternd: Antikörper NULL.
Konsequenz: Schutz weg > Urlaub weg > Booster-Impfung, bereits nach drei Monaten!
Es verhält sich demnach keineswegs so, dass sich Corona-Antikörper nur bei Älteren nach sechs Monaten fähnchenschwingend vom Acker machen. Der Rückzug kann schon viel früher beginnen, mit dramatischen Folgen; wir wähnen uns in Sicherheit und verhalten uns auch danach.

Klarheit bringt nur ein Antikörper-Test. Der allein gibt Aufschluss darüber, ob und in welchem Maße ein Schutz vor erneuter Infektion gegeben ist und beantwortet gleichzeitig die Frage nach einer Booster-Impfung. 
Ich habe für meinen Test 17 € gezahlt.