Eigenverantwortliches Handeln in der Pandemie: Fehlanzeige

20. Dezember 2020
Christian

Große Teile der Politik und der Bevölkerung hier in Hamburg verdrängen nach wie vor das Risiko einer Infektion mit Covid-19.
Es ist so wie immer: An sonnigen Tagen und Wochenenden sind tausende Spaziergänger an Alster, Elbe und anderen Ausflugszielen unterwegs. Und dazwischen schnaufende Jogger. Und alle ohne Mund-Nasenschutz.
Dabei ist doch hinlänglich bekannt, dass Infektionen nur durch Aerosolwolken entstehen, die mit Viren beladen sind. Und diese Gefahr ist real beim Zusammentreffen von wenigstens zwei Personen und potenziert sich entsprechend der Personenanzahl.

Wie schützend das – korrekte – Tragen einer Maske sein kann, ist doch hinreichend belegt.
Dennoch wird sie nur da getragen, wo es die Politik zur Pflicht gemacht hat.
Die Politik ist aber ein schlechter Ratgeber und ein schlechter Wegweiser.
Politiker sind in erster Linie Machtmenschen. Sie wollen ihre Ämter behalten und handel auch so.
Entscheidungen die Wählerstimmen kosten könnten werden gar nicht, halbherzig oder zu spät getroffen. Auf keine Fälle aber konsequent.
Als Beispiel möchte ich nur anführen die Schließungen von Gastronomie, Einzelhandel und Hotels, die, obwohl alle über ein hervorragendes Hygienekonzept verfügten, geschlossen wurde, um das Infektionsrisiko zu minimieren.

Auf der anderen Seite wurde ein hohes Infektionsrisiko in Kauf genommen durch die Unfähigkeit, den überlasteten öffentlichen Nahverkehr zu entzerren.
Vielleicht hinkt der Vergleich, aber in vielen Fällen hätte ich mir einen Bürgermeister wie Helmut Schmidt gewünscht.

Unser Bürgermeister ist eher zurückhaltend, was hamburgspezifische Entscheidungen anbelangt. Zu groß scheint die Angst, bei der Kanzlerin oder Wählergruppen in Ungnade fallen zu können. Aus diesem Grunde sind wir Bürger erst recht aufgefordert, Eigenverantwortung zu übernehmen, wie z. B. das Tragen von Masken auf allen stark frequentierten Wegen und Plätzen. Das hat auch etwas mit Höflichkeit zu tun, mit Rücksichtnahme, mit Respekt gegenüber anderen, unabhängig von den Infektionszahlen.
Eigenverantwortliches Handeln unterscheidet den Erwachsenen vom Kinde.

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