Jens Spahn

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Gut, dass er aufhört

Fehler machen ist menschlich. Erst recht, wenn Unbekanntes auftritt.
Fehler wurden am Anfang der Pandemie gemacht und Monate später auch noch.
Dass sich Fehler im zweiten Jahr wiederholten, ist nicht hinzunehmen. Menschen starben unnötig.
Unser Gesundheitsminister ist nicht vom Fach. Demzufolge kennt er sich nicht aus im Gesundheitswesen, in der Medizin. Er ist Politologe und Bankkaufmann. Aber auch als Kaufmann hat er versagt. Was bitter aufstößt ist die Tatsache, dass sich Jens Spahn zu Beginn der Pandemie nicht die Bohne für die Verträge um die Impfstoffbestellung interessiert hatte. Obwohl, oder gerade weil, Pannen-Uschi von der Leyen mit der Ausarbeitung der Verträge beauftragt war, hätte er zumindest aus Fürsorge für das Volk darauf bestehen müssen, die Verträge gegenzulesen.
Das ist nicht geschehen.
Und so kam es wie es kommen musste: Verspätete Lieferung der Impfdosen in zu geringen Mengen.
Menschen starben unnötig.

Jens Spahn

Es reiten sich Fehler an Fehler. Maskenaffäre. Fehlerhafter Umgang mit Schulen, Altenheimen und Pflegeeinrichtungen. Fehlende mobile Impfteams. Ansprache aller Bevölkerungsschichten. Mangelhafte Datenerfassung. Verschwendung von Steuergeldern in Millionenhöhe.

Unlogische Verordnungen verunsicherten Bürger und Fachpersonal. Erstmals kamen Zweifel an seiner Kompetenz auf.
Beispielsweise wurden Geschäfte und Kulturbetriebe geschlossen, die nachweislich nicht als Pandemietreiber eingestuft waren. Der Theatersaal blieb leer, während die Urlauber dichtgedrängt im Flieger nach Mallorca saßen.

Die Wissenschaft hat ihren Job hervorragend gemacht, die Politik nicht.

Wissenschaftler gaben Ratschläge und lieferten den lebensrettenden Impfstoff. Allein die Politik konnte wenig umsetzen. Jens Spahn und seinen Länderkollegen ist es nicht gelingen, den so langersehnten und zur Bekämpfung der Pandemie so wichtigen Impfstoff flächendeckend den Bürgern nahezubringen.
Auch nicht, als Anfang 2021 zahlreiche Studien darauf hinwiesen, dass die Hotspots der Infektionen dort sind, wo sozial benachteiligte Menschen wohnen, wo Sprachbarrieren die Kommunikation verhindern.

Bremen hatte das erkannt und schickte mobile Impfteams genau an diese Orte. Mit großem Erfolg, wie wir heute wissen. Nur, zur Kopie dieses Erfolgsrezept hat es bundesweit nicht gereicht.

Jens Spahn als Gesundheitsminister war von Anfang an eine Fehlbesetzung.
Der „Gesundheitsminister der Herzen“ war längst Karl Lauterbach geworden, der mit überragender Kompetenz unermüdlich der Bevölkerung das Virus erklärte, während Jens Spahn diffuse, oft widersprüchliche Dinge von sich gab, die weder Bevölkerung noch das ihm unterstellte medizinische und pflegerische Personal verstanden.

Wer Fehler nicht zugibt, lernt auch nichts daraus.

Es scheint auch, als würde ein bestimmter Charakterzug die hohe Fehlerquote in der Pandemiebekämpfung erklären. Dem Gesundheitsminister scheint es nicht möglich zu sein, eigene Fehler einzugestehen. Für Menschen in Führungspositionen ein absolutes No-Go. Wer Fehler nicht einsieht und Umstände oder Andere dafür verantwortlich macht, sich nicht um selbst gemachte Fehler kümmert, kann auch nichts daraus lernen.
Und so ist es nicht verwunderlich, dass Fehler aus dem Vorjahr in diesem Jahr wiederholt werden.
Hier ein Beispiel:
2020 verursachten die Reiserückkehrer die dritte Welle.
2021: Trotz Warnungen vieler Wissenschaftler mussten 2G-Reiserückkehrer -ohne Maske- noch nicht einmal einen Test bei der Einreise vornehmen, obwohl bekannt war, dass sie infiziert sein könnten und somit in der Lage waren, auch andere zu infizieren. Sie konnten übergangslos nach dem Urlaub ihrer Alltagsbeschäftigung nachgehen und andere unwissentlich mit dem Virus beschenken. Was sie dann auch taten.
Über Arbeitskollegen, Kinder, Schüler wurde das Virus erneut verbreitet und befeuerte so die vierte Welle, die ungebremst durch aufgehobene Maskenpflicht, Abstands- und Kontaktverbote so richtig Fahrt aufgenommen hat und mit Schwung und großem Juchhu in die jetzige Katastrophe surfte. Ungeimpfte gab es ja genügend.

Die TAZ hat in einem köstlichen Artikel das strategische Konzept des Fehlervonsichweisen analysiert, das Jens Spahn so eigen ist, lesen Sie >> hier.

Fahrlässig: Warnungen der Wissenschaft in den Wind geschlagen, nicht beachtet, ignoriert.
Trotz eindeutiger Warnungen aus der Wissenschaft vor einer großen vierten Welle und die Notwendigkeit einer anstehenden Booster-Impfung bei Millionen von Geimpfter/Genesener, wird unser Gesundheitsminister die Impfzentren schließen lassen.
Er wird auch den Anreiz zur Impfung in die Tonne treten, indem er die Tests kostenlos zur Verfügung stellen wird.
Und er wird auch nicht auf die Wellenbrecher von 2020 setzen, wie Maske, Abstand und Kontaktbeschränkungen.
Im Gegenteil, Ende Oktober erklärt er das Ende der epidemische Lage von nationaler Tragweite zum 25. November 2021. Und das zu einer Zeit, in der die Neuinfektionen rasant steigen und täglich viele Menschen sterben.

Ja wo isser denn?

Damit nicht genug. Aus Wahlkampfgründen taucht er wochenlang ab und trifft gemeinsam mit dem Gros der Ministerpräsidenten keinerlei Vorkehrungen, um das drohende Szenario abzuschwächen, das Wissenschaftler seit Monaten propagieren.
Diese Untätigkeit ist mehr als grob fahrlässig. Es werden Menschen unnötig sterben und neue unausweichliche Lockdowns Geschäftsleute in den finanziellen Ruin treiben.

Sich im Wahlkampf wochenlang wegzuducken, sich nicht zu kümmern ist ein Unding und wirft die Frage auf, ab wann Politiker der Gerichtsbarkeit zugeführt werden können. Oder andersherum: Wie lange würde es wohl dauern, bis die Staatsanwaltschaft einrücken würde auf einer Intensivstation, wo der Chef, ein Angestellter, sich wochenlang weder gekümmert noch wichtige Informationen an seine Ärzteschaft weitergegeben hat und aufgrund dessen Patienten unnötig verstorben sind?

Sorglos leben.
Wenn er in einigen Wochen kein geschäftsführender Gesundheitsminister mehr ist, wird ihn sein Tun in der Pandemie sicherlich nicht sehr lange beschäftigen.
Er wird sich in seine Villa zurückziehen und ein gutes Leben führen. Finanziell abgesichert durch uns Steuerzahler, die ihm Monat für Monat, dank unserer Arbeit, sein Einkommen sichern. Ein Leben lang.

Was haben wir daraus gelernt? Wenn ihr Kind nicht zu Höherem berufen ist, sollte das Berufsziel Politiker/Politikerin sein.
Hier können sie etwas leisten oder nicht. Können schalten und walten wie sie wollen, werden juristisch nicht belangt und bekommen zeit ihres Lebens Geld von der arbeitenden Bevölkerung.