… und Jogger laufen immer noch „frei“ herum.

26. Oktober 2020
Christian

Bin ich hysterisch oder phobisch oder denke ich nur normal?

Ich frage dich unverblümt: „Nerven dich vorbeilaufende Jogger, weil du deren Aerosolwolke bildlich vor Augen hast und durch die du jetzt hindurch musst? Wenn ja, sind wir schon zu zweit.

Ich jedenfalls fühle mich sichtlich unwohl und stelle tiefe Atemzüge unwillkürlich ein, sobald mich ein Jogger schnaufend überholt und mich in seine Aerosolwolke hinein nötigt, in der ich das ganze Zeugs einatmen muss, was auf „seinen“ Partikeln sitzt. Pilze und Bakterien (Keuchhusten, Tuberkulose) oder Viren (Influenza, Masern) sind mir dabei egal, weil wichtig für mein Immunsystem, aber bei COVID-19 hört der Spaß auf, denn dieses Virus ist clever. Nicht so tump wie das Ebolavirus, das seinen Wirt innerhalb kürzester Zeit tötet und dabei selbst abstirbt. Das Coronavirus will nur eines, sich schnell verbreiten. Corona First. Und dazu bedarf es mindestens zwei Personen, von denen eine das Virus ausatmet und ein anderer einatmet. Ischgl, Tönnies, Ferien und Feiern scheinen keinen Eindruck im Bewusstsein so mancher Leute gemacht zu haben.

Ich persönlich meide Ansammlungen, verzichte auf kulturelles Leben, mache Home-Office, lebe zurückgezogen und halte mich fit mit Spaziergängen an Orten mit möglichst geringem Personenverkehr.

Aber was nutzen mir Spaziergänge zur Gesunderhaltung, wenn mir Jogger permanent die Petersilie verhageln?

Achtzehn habe ich gezählt, die mich innerhalb einer Stunde auf schmalen Gehwegen in ihre Partikelwolke hinein genötigt haben.

Warum sollte ein Jogger weniger infektiös ein? Und weshalb raten Wissenschaftler zu einem Mindestabstand von 5 Meter zwischen Spaziergängern und Joggern und empfehlen darüber hinaus, dass Jogger etwas länger auf der Überholspur verweilen sollten? Letzteres entspricht eher einem Wunschdenken, wenn man nicht gerade in Wanne-Eickel wohnt; Jogger joggen da, wo andere ihre Spaziergänge abhalten, auf Wegen entlang der Flüsse, der Seen, der Parks und die sind in der Regel eher nicht weitläufig.

Heute bleibe ich zu Hause und genehmige mir ein Fläschchen Rotwein. Prost.

p.s.

Weissu was mich ag, aggäsiv macht?

Dassin di Neujogga, die ähst in Coronaseiten mitem joggen annefangen ham. Die keuchen am schlimmstän.