Die Mutante Lauterbach.

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Ich habe es schon immer vermutet: Im Bundeskanzleramt gibt es eine Art Hobelmaschine für neu ernannte Minister. In einer Kabine, so groß wie eine Telefonzelle, werden dem Frischling sämtliche Ecken und Kanten abgehobelt, die ihn einst beim Bürger so beliebt gemacht haben.
Heraus kommt eine Person, so gleitfähig wie ein Zäpfchen.

Wie sonst ist die Kehrtwende des Herrn Lauterbach zu erklären seit seiner Ernennung zum Gesundheitsminister?
Vor seiner Ernennung hätte er mit Sicherheit einen sofortigen Lockdown gefordert, Kontaktverbote, Maskenpflicht für jeden und überall und, nicht auszuschließen, Reiseverbote.

Nach seiner Ernennung sitzt die Frisur zwar besser als zuvor, aber sonst ist nicht viel von „dem Lauterbach“ übrig geblieben, der in der Bevölkerung wegen seiner Geradlinigkeit so beliebt war wie kein anderer Politiker seiner Zeit.

Davon ist nicht viel übrig geblieben. Und er hat auch nicht von Fehlern seines Vorgängers gelernt. Zum Beispiel, dass man keine Versprechungen macht. Erst recht nicht in einer unübersichtlichen Lage, die sich ständig ändert. Einen Lockdown vor Weihnachten kategorisch auszuschließen, war ein Fehler. Ein großer Fehler.

Denn Wissenschaftler sprechen längst nicht mehr von einer „Welle“, die auf uns zurollt. Es soll sich um eine „angsteinflößende Wand“ von hochinfektiösen Viren handeln, die Zigtausende infizieren wird und unser Gesundheitssystem kollabieren lassen könnte.
Jetzt keinen sofortigen Lockdown zu verhängen, mit allem was dazu gehört, ist grob fahrlässig.

Es fühlt sich so an, als würde ein Kriegsminister befehlen, die Sirenen abzustellen, die die Bevölkerung rechtzeitig vor Bombenangriffen warnt.
Und dass wir uns mitten in einem Krieg befinden, sollte jedem klar sein. In einem Krieg mit einem unsichtbaren Gegner, der uns tötet, verletzt, unser Gesellschaftssystem bedroht und Grundrechte außer Kraft setzt.

Hoffentlich besinnt sich der Gesundheitsminister wieder seiner Stärken und kümmert sich nicht um Wählergunst und Parteiproporz, sondern um die Gesundheit der Bevölkerung.
Ein Zäpfchen als Gesundheitsminister brauchen wir nicht.