Der Loser-Sohn

25. Oktober 2019
Christian

Im Alter von 28 Jahren meldete er sich erstmals bei seinem Vater, dem die „Helikopter-Mutter“ jegliches Besuchsrecht in der Vergangenheit verweigert hatte, aus schierer Wut über die Trennung. Und auch dem Muttersöhnchen kam es nicht in den Sinn, sich bei seinem Vater zu melden. Erst als die Kacke am Dampfen war, erinnerten sie sich an ihn.

Über einen Email-Account, der zudem auch noch gefaket war, erfolgte die Kontaktaufnahme.
Der Vater war im Vorwege von der Rat suchenden Mutter, die immer nur das Beste für ihren Sohn wollte,  über die Erfolglosigkeit ihres Sohnes informiert worden. Den Grundschulabschluss mit Ach und Krach geschafft verfügte er weder über eine Berufsausbildung noch über irgendeinen sonstigen Abschluss. Im Gegenteil. Alle Versuche einer Fort- oder Weiterbildung schlugen fehl, wurden entweder vom Sohn abgebrochen oder seitens der Träger beendet, nicht selten wegen des Konsums von Alkohol.
Auf den Facebook-Post, der in hochstaplerischer Manier auch noch eine falsche Berufsbezeichnung sowie einen Arbeitgeber, bei dem er völlig unbekannt war, enthielt, reagierte der Vater unverzüglich.

Er teilte mit, dass er keinerlei Interesse an irgendeiner Art von Beziehung zu seinem Sohn wünschte.
Nein, um nun die Vaterrolle zu übernehmen wäre es zu spät. Sofern diese überhaupt gewollt wäre seitens des Sohnes. Eher wahrscheinlich war, dass sein plötzliches Interesse an seinem „Vater“ ein rein finanzielles war.
Aber da der hatte „Sohn“ auf den Falschen gesetzt.
Und den Unmut über die Ablehnung ließ der feine Herr Sohn auch in öffentlichen Facebook-Kommentaren seinen freien ungezügelten Lauf in denen er den Vater als „Mieses Dreckschwein, feige Sau, krankes Schwein“ titulierte, woraufhin der Vater für Ruhe sorgte durch eine Unterlassungsverfügung. Diese Ruhe währte allerdings nicht lange.

Nachdem die Mutter einen neuen Lebenspartner gefunden hatte und mit ihm aus dem norddeutschen Raum in ein kleines Dorf Nähe München gezogen war, die kleine Rente nicht mehr ausreichte, um den Sohn weiterhin finanziell zu stützen und auch der neue Lebenspartner jegliche Finanzierung ablehnte, entschloss sich der Sohn Sozialhilfe zu beantragen.
So staunte der Vater nicht schlecht, als er Post von der Sozialbehörde bekam, die ihn aufforderte seine Vermögensverhältnisse darzulegen.

Anstelle eines Einkommensnachweises schickte er der Sachbearbeiterin einen von ihm unterschriebenen Arbeitsvertrag zu, in dem er seinem Sohn die Arbeitsstelle einer Reinigungskraft in seiner eigenen Firma anbot für 1.300 EURO Nettoverdienst/Monat.
Erwartungsgemäß lehnte der Sohn ab.
Erwartungsgemäß aus gesundheitlichen Gründen. Der Rücken.

Der Vater forderte daraufhin ein Gutachten ein.
Der Gutachter bescheinigte einen gesunden Rücken.
Sohn lehnt den Arbeitsvertrag erneut ab.

Vater fordert Behörde auf keine Zahlung an den Sohn zu leisten, die die Allgemeinheit belastet und schickt gleichzeitig ausgeschnitten Stellenanzeigen der Sachbearbeiterin zu mit der Forderung, diese an den Sohn weiterzuleiten, zwecks Bewerbung.

Es erfolgte zu keiner Zeit eine Bewerbung.
Auch an Weiterbildungsmaßnahmen der Behörde nimmt er nicht teil, angeblich aus psychischen Gründen.
Seine bisherige Lebenspartnerin, eine taffe Frau mit Abitur, hat anscheinend erkannt, dass mit derart gepolten Menschen keine Familie zu gründen und auch sonst kein angenehmes Leben zu erwarten ist und hat ihn verlassen und sich für seinen Freund, einen arbeitsamen Elektriker Meister, entschieden.

Das Sozialamt bezahlt ihm eine Wohnung, kürzt gleich darauf die Versorgungskosten, da er weder an einer Weiterbildung teilgenommen hat, noch sich um eine Arbeitsstelle bemühte.

Der Vater setzt sich nun mit Freunden zusammen. Sie beschließen gemeinsam, dem Sohn reihum nacheinander eine Arbeitsstelle anzubieten; Bäckerlehrling, Gerüstbau, Auslieferungsfahrer, Portier, Nachtwächter. Zusätzlich beauftragte der Vater eine Mitarbeiterin, wöchentlich sämtliche adäquate Stellenangebote zu sichten und diese der Sachbearbeiterin im Sozialamt zukommen zu lassen, bestimmt für die Weitergabe an den Sohn.

Der Sohn reagiert nun nicht mehr auf Schreiben des Sozialamtes. Auch nicht auf die, in denen die Kürzung der Sozialhilfe angekündigt werden.
Die Sozialhilfe wird gekürzt.
Die Sozialhilfe wird eingestellt.
Er verliert die Wohnung, ist obdachlos.
Er gerät in eine Schlägerei anderen Obdachlosen.
Er erfriert am Fuße einer Böschung.