Moritz Jahr, Stadtführung in Hamburg

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Zusammenfassung der Ereignisse zur Geschäftsübernahme von Stadtführungen Hamburg durch Herrn Moritz Jahr

Zwangsgelder wurden verhängt und von Herrn Jahr bezahlt.  Zwangshaft wurde beantragt beim Landgericht Hamburg, nachdem Unregelmäßigkeiten in der Abrechnung aufgetaucht waren.

Herr Moritz Jahr war für die Organisation und Durchführungen verantwortlich für Stadtführungen in Hamburg.
Zum 01.02.2018 hat er den Betrieb übernommen, den er zuvor käuflich erworben hatte.

Der damalige Geschäftsinhaber und heutige Kläger staunte nicht schlecht, als er feststellte, dass Herr Jahr die Anfrage für eine Reeperbahnführung aus dem Mailaccount gelöscht und diese Führung in eigenem Namen und Rechnung dem Kunden angeboten hatte.

Er ignorierte dabei zwei Verbote: Zum einen war es ihm untersagt, Korrespondenz zu löschen, zum anderen musste er Anfragen zu Gruppenführungen von mehr als 10 Personen dem damaligen Inhaber zur weiteren Bearbeitung weiterleiten.
Die Führung wurde auch nicht fristgerecht in eine entsprechende Tabelle aufgeführt, die täglich zu erstellen war, sondern wurde erst einige Tage später hinzugefügt und als Barverkauf deklariert. Vermutlich war der Grund des nachträglichen Eintrags ein Hinweis seitens des Kunden, der Herr Jahr aufgrund von Nachfragen informierte.
Aber der verspätete Eintrag war zunächst nicht vorrangig zu behandeln.

Was hat es mit den anderen Rechnungen auf sich?

Wichtiger war die Frage zu klären, womit es die Rechnungsnummer 1 bis 37 und ab 38 auf sich hatten.
Welche Leistungen wurden hier von Herrn Jahr in Rechnung gestellt. Beinhalten diese Rechnungen ebenfalls Gruppenführungen, die er am normalen  Geschäftsbetrieb vorbei in eigene Tasche gewirtschaftet hatte.

Um den Verdacht des Betruges >Veruntreuung/Unterschlagung auszuräumen, bat der Geschäftsinhaber Herrn Jahr um Stellungnahme und Offenlegung der
besagten Rechnungen.

Herr Jahr reagierte nicht. Er reagierte auch nicht auf eine entsprechende Aufforderung durch die mittlerweile eingeschaltete Rechtsanwältin. Der Anspruch musste deshalb vor Gericht eingeklagt werden. Zur mündlichen Verhandlung erschien Herr Jahr nicht, weshalb ein Versäumnisurteil erging, in dem Herr Jahr zur Auskunft und Rechnungslegung verurteilt worden ist. Allerdings hat Herr Jahr auch das Urteil nicht beachtet, die Auskunft erfolgte nach wie vor nicht.

Es wurde auf Antrag des Klägers ein Zwangsgeld in Höhe von 1.000 € verhängt, das er lieber bezahlte, als die Auskunft zu geben.
Er zahlte auch ein weiteres Zwangsgeld in Höhe von 2000 € und ein weiteres über 10.000 €. Die Auskunft blieb er weiterhin schuldig.

Antrag auf Zwangshaft

Schließlich wurde ein Antrag auf Zwangshaft gestellt.

Montag, 13. September 2021

Herr Jahr ist zur heutigen Anhörung erschienen.
Aber auch hier hat er nichts zur Aufklärung beigetragen, wie es ihm durch das Gericht im Versäumnisurteil auferlegt wurde.
Er habe keine Zeit gehabt, um sich um einen Rechtsstreit zu kümmern, teilte Herr Jahr dem Gericht sinngemäß mit, um gleich darauf seine Finanzsituation zu schildern, entstanden durch die lange Pause in der Coronakrise.
Die neuerliche Weigerung verstärkt den Eindruck des Klägers, dass Herr Jahr aus gutem Grunde sich weigert offenzulegen, ob es sich bei den Rechnungsnummern 01 bis 37 und ab Nr. 38 um Führungen handelt, die er „abgezweigt“ und auf eigene Rechnung vorgenommen hat oder nicht.
Den Nachweis hierfür zu erbringen, wäre durch Offenlegung der Rechnungen und Kontoauszüge denkbar einfach.
Durch die hartnäckige Weigerung, die sich Herr Jahr immerhin 13.000 € an gezahlten Zwangsgeld kosten ließ, verdichtet sich bei dem Kläger  zudem Verdacht, dass Herr Jahr tatsächlich den Kaufpreis für das Unternehmen teilweise mit abgezweigten Geldern finanziert haben könnte, die dem  Kläger unterschlagen wurden.

Als besonders “abgewichst“, um die gängige Redewendung zu bedienen, empfindet der Geschädigte die Aussage von Herrn Jahr gegenüber dem Gericht, dass es sehr schnell “unfair“ werden könne, denn er (Herr Jahr) wüsste ganz genau, wie er ihn (den Kläger) schaden könne. Der Kläger wertet diese Aussage als Drohung und unverschämt obendrein, angesichts der Sachlage.

Selbstredend wurde die “Überlegung“ seitens Herr Jahr abgelehnt, sich vorstellen zu können einen Betrag in Höhe von 5.000 € zur Beilegung des Rechtsstreites zu zahlen.

Der Anwalt beantragte die Zwangshaft. Analog hierzu wird der Kläger Anzeige bei der Staatsanwaltschaft stellen und diesen Fall der Presse zur Kenntnis bringen.

 
 Stadtführungen

Dienstag, 14. September 2021
Dem Antrag auf Zwangshaft wurde durch das Landgericht Hamburg stattgegeben >> siehe hier 
Beschluss-landgericht-Zwangshaft

Der Anwalt des Klägers beantragt nun bei der vollziehenden Behörde Herrn Jahr in Haft zu nehmen.

Dienstag, 28. September 2021
Das Landgericht informiert den Kläger-Anwalt in einer Aktennotiz, dass am heutigen Tage Herr Jahr in der Geschäftsstelle des Landgerichtes erschienen sei und die angeforderten Unterlagen abgegeben hätte.
Nach Durchsicht der beigebrachten Unterlagen stellen Kläger und Kläger-Anwalt fest, dass die Unterlagen keineswegs die “angeforderten” waren und daher auch nichts zur Aufklärung des Sachverhaltes beitragen könnten.
Zur vollständigen Aufklärung würde beispielsweise das Beibringen der fraglichen Rechnungen Nummer 1-37 und ab
Nummer 39 beitragen mit den dazugehörigen Kontoauszügen. Dies hat bislang Herr Jahr verweigert und stattdessen lieber 13.000 € an Zwangsgelder an die Staatskasse zahlte.

Der Kläger-Anwalt hat mittlerweile entsprechende Maßnahmen eingeleitet. 

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Christian Stoll