Ein Kännchen Kakao bei Bobby Reich

Christian

Mein Freund saß wie so oft mit seiner Lebensgefährtin an einem sonnigen Nachmittag auf der Terrasse und genoss die Aussicht, als er nebenbei und gedankenverloren den Deckel seines Kännchens Kakao aufklappte, das die Kellnerin oder sagt man Service-Managerin soeben kredenzt hatte, um einen bedeutungslosen, wertfreien Blick in das Innere des Kännchens zu werfen, ohne Erwartung irgendeines Highlights, wie man es beim Lupfen eines Suppentopf-Deckels erwartet.

Hoppla, weit gefehlt. Das, was er dort sah, weckte abrupt sein Interesse: Das Kännchen war nur bis zur Hälfte mit flüssiger Schokolade gefüllt.
Eher amüsiert und neugierig auf die gastronomische Begründung, die sicherlich einleuchtend sein würde, befragte er die Kellnerin nach dem Sachverhalt.
Diese antwortete fachfraulich, in dem Kännchen befänden sich zwei Tassen Kakao, woraufhin mein Freund belustigt antwortete, er hätte ein Kännchen Kakao bestellt und nicht zwei Tassen Kakao in einem Kännchen.
Die umliegenden Gäste verfolgten den Dialog erheitert.
Die Bedienung konterte, dass das immer so gehandhabt würde und setzte noch einen drauf, indem sie entgegnete, dass „er“ sich ja bislang noch nie darüber beschwert hätte (als Stammgast), worauf hin mein Freund mit einem breiten Grinsen erwiderte, dass er bislang auch noch nie in das Kännchen hinein geblickt hätte.
Beide mussten lachen. Die Bedienung wollte meinem Freund zu dem „Kännchen“ Kakao einladen, was er freundlich ablehnte und darauf hinwies, dass es ihm nur um das Prinzip gegangen sei, um mehr nicht.