Achtung führende Frau

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Kollisionen vorprogrammiert.
Dass Frauen im Tango führen ist völlig normal und eine Bereicherung der gesamten Szene.
Wenn aber aus jeder Milonga eine Art „Happy-Workout“ gemacht wird von Frauen die aus Langeweile heraus “mal eben Spaß am Führen” entwickeln, und nicht aus ernsthaften Beweggründen heraus dauerhaft in die führende Rolle wechseln wollen, dann wird das belastend für die gesamte Tangoszene. Vor allen Dingen dann, wenn diese Frauen eher talentfrei noch nicht einmal richtig FOLGEN können. Und nur speziell um diese Frauen geht es hier in diesem Bericht (bitte nicht falsch verstehen).

Einen Trend, den nicht nur ich kritisch verfolge, möchte ich hier aufzeigen:
Am vergangenen Mittwoch wurden innerhalb einer einzigen Tanda sieben Frauenpaare auf der Tanzfläche gezählt, von insgesamt ca. dreißig Tanzpaaren.
Fünf (!) davon schoben ihre Tanzpartnerinnen in Seepferdchenhaltung und mit vorausahnenden „Verzeih`mir“ Welpenblick orientierungslos über die Tanzfläche.
Und hierbei handelt es ich weder um die professionell Führenden, überwiegend aus der Queer/Gender-Szene, noch um Frauen, die es sich zur Profession gemacht haben die führende Rolle dauerhaft zu tanzen.

Nicht richtig Folgen können, aber schon Führen wollen.

Nein, bei der derzeitigen Schwemme „führender“ Frauen handelt es sich überwiegend um unerfahrene und teilweise solche aus der Encuentro-Szene, die, vermutlich gelangweilt von den sich ständig wiederholenden Tanzschritten, etwas Neues ausprobieren wollen.
Sie wollen ein wenig mehr an „Spaß“ haben und halten sich nunmehr, da sie fortan beide Rollen “tanzen”,  für unheimlich taff. Das glauben sie.

Die Tanzfläche wird zum Übungsraum

Geübt wird das Führen auf der Tanzfläche. Sehr zum Leidwesen anderer Tangotanzpaare.
Probiert wird zunächst mit einer Gleichgesinnten.
Dann ist der Partner dran und später andere willenlose, domestizierte Männer.
Und letztendlich stürzen sie sich auf die ahnungslosen an Tischen sitzenden Frauen, ziehen sie auf die Tanzfläche um auch ihnen die neue Botschaft zu verkünden, wie toll das Führen doch sei, unfähig zu erkennen, dass
a) sie nicht Führen können
b) es nicht schön aussieht
c) sich schrecklich anfühlt und
b) hetero-Tangueras generell null Bock darauf haben, sich von Frauen führen zu lassen.

Ergänzend
möchte ich noch anmerken, dass sich nach meinem Dafürhalten das Tanzvergnügen mit einigen “führenden” Frauen sich zunehmend verschlechtert, da sie als Folgende nun zusätzlich auch noch die führende Rolle im Kopf haben.