Plakias, Kreta, Tango Urlaub

14. Juli 2018
Christian

Tango Urlaub vom 12. Mai bis 16. Juni 2018 in Plakias
Ein Freund und ich hatten uns ein Haus bis 30. Mai gemietet.12. Mai 2018, der erste Tag

Ankunft in Plakias/Souda Bay, pünktlich zum Abendessen bei  >>Stelios<<
An zwei langen Tischen saßen sich gegenüber ca 50 Personen, meist mittleren Alters Ü 40, Ü 50, meist Lebenspartner-Paare, wenig Tanzpaare, kaum Singles.

Abendessen bei Stelios

Das Essen, 19.30 Uhr oder 20 Uhr, wie immer vorzüglich:

Mehrere Gänge verschiedener Salate, Kichererbsen, irgendetwas eingerollt in Weinblätter, Gemüsebeilagen warm und kalt. Ein Eldorado für Vegetarier. Und für die anderen gibt es noch Fleisch und Fisch, Kartoffel und Soße. Mit inbegriffen selbstverständlich Wasser (das sauberste Trinkwasser in ganz Europa), Rot/Weißwein und als Dessert etwas Süßes und Kaffee. So, und jetzt bin ich schon durchs Schreiben pappsatt geworden. Guter Diättipp: „Schreibe Dich satt“ oder „Wander doch nach England aus, da wird das Pfund abgewertet“.
Zurück zum Thema.
Die Milongas beginnen abwechselnd um 21.30 Uhr oder 22 Uhr
auf dem Anwesen von Stelios. Es gibt drei Tanzflächen zur Auswahl: Bei schlechtem Wetter (starker Wind oder kühle Mai-Nächte) findet die Milonga im Hause statt. Bei schönem Wetter innen im Hause und zusätzlich draußen auf der zweiten Tanzfläche (siehe Foto) oder „oben“ hinter dem Haupthaus und den einzelnen Studios.

 

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DJane ist die bezaubernde >>Marleen<< aus den Niederlanden, 
die die ersten 2 Wochen die Musik auflegt und die Teilnehmer zu Beginn einer jeden Woche fragt, ob sie ausnahmslos klassischen Tango auflegen soll oder einen Mix. Bislang sprachen sich die meisten für einen Mix aus (Gott sei Dank).
Die Musikauswahl besteht aus ca 70% klassischem Tango neben Non/Nuevo-Tango.

Das Tanzniveau in der ersten Woche zog sich durch alle Niveaus, wovon das „mittlere“ am stärksten vertreten war, gefolgt vom „hohen“, welches mir persönlich dank >>Christiane<< nach langer Zeit mal wieder einen tänzerischen Hochgenuss bescherte.

Die Stimmung unter den TänzerInnen war ausgesprochen gut und alle hatten viel Spaß, was aber auch Maarlen`s Musikauswahl zu verdanken war.

Kurse gaben Michael La Milonga Reisen  und seine Frau Eva. Hier wurde mir wieder deutlich, dass Michael für mich zu den Besten seiner Zunft gehört. Seinen Augen entgeht nichts und er sieht die
kleinsten Fehler in der Führungsarbeit.

Zu Pfingsten
wurde es voll. Knapp einhundert TeilnehmerInnen füllten den Speisesaal und die Tanzfläche. Viele „alte“ Bekannte habe ich (wieder-)erkannt und die Wiedersehensfreude war jedes Mal sehr groß
und herzlich ausgeschmückt. 

Das tänzerische Niveau hat sich in dieser Woche wesentlich verbessert,
da nun vermehrt TänzerInnen aus Deutschland, Niederlanden, Bayern
und der Schweiz angereist waren. Dabei musste ich persönlich für
mich feststellen, dass die besten Tänzerinnen aus der Schweiz und
dem Breisgau kamen, gefolgt von Bayern, Schleswig-Holstein und den
Niederlanden. Hamburger, wie ich als Hamburger schmerzhaft
feststellen musste, waren eher wenig vertreten.

Bei den Männern war es genau umgekehrt. Da lag Hamburg mit seinen
Speerspitzen Klaus, Jürgen und meiner Wenigkeit ganz weit vorne.
Gefolgt von den Schweizern, den Breisgauern, den Bayern ……..
Nein, das ist nur ein Späßchen am Rande, nicht ernst gemeint. Etwas
zur Auflockerung gewissermaßen, damit Du nicht einschläfst.

Die Männer/Führende kann ich nicht so genau beurteilen, da ich mit
ihnen nicht tanze. Zurück zum Thema.

Ich frage mich seit Langem, warum das Gros der gestandenen,
erfolgreichen, emanzipierten Frauen sich nicht genauso im Tango
zeigt.?

Wie kann es angehen, dass exklusive, goldfarbene Pumps, in denen braun
gebrannte schlanke Damenfüße mit rot lackierten Fußnägeln
stecken, mit Schnürsandalen tanzen? Hallo?

Freitag, 25. Mai 2018
Unfall

auf dem Weg nach Chania. Das Auto eines Einheimischen rutschte bei
einem Bremsmanöver in einer versandeten Kurve von der Straße und
sauste in die Tiefe. Der Fahrer konnte sich mit einem Satz aus dem
Wagen soeben noch retten und landete ca fünf Meter tiefer auf einem
Felsvorsprung, wo er mit leichten Verletzungen ca 15 Minuten auf das
Eintreffen der Rettungsdienste warten musste.

Wir Zuschauer konnten ihn nur mit Wasser und Zigaretten versorgen. Das,
was ein Mann in solch einer Situation so braucht.

Derartige Unfälle sind auf Kreta nicht selten, enden aber in der Regel nur als
Blechschaden.

Wir Touristen sind da gefährdeter. Wir fahren zwangsweise angeschnallt
mit Tempo 40 durch die kurvenreiche Gegend, ansonsten würde uns das
Piepen der Elektronik verrückt machen. Daher ist es uns nicht
möglich zu entscheiden, ob wir aus dem Wagen springen sollten oder
besser nicht.

Wir stürzen angeschnallt in die Tiefe und verenden qualvoll, weil wir
uns nicht aus den Gurten befreien konnten. Vorher ballert uns noch
der Airbag mit voller Wucht ins Gesicht, während zeitlich die sechs
bis acht weiteren Airbags um uns herum gnadenlos auf uns einprügeln.

Als sei das alles nicht schon genug, haben wir Touristen noch mit einer
weiteren Unannehmlichkeit zu tun: Ist das Fahrzeug gegen alles
Mögliche versichert, entfällt bei Stürzen in Schluchten jeglicher
Versicherungsschutz! Schäden aufgrund von Off Road Fahrten sind
nämlich grundsätzlich vom allgemeinen Versicherungsschutz
ausgeschlossen. Für uns Deutsch-Europäer (Deutsche) ist der Verlust
von Leib und Leben hinnehmbar. Nicht hingegen der Verlust des
Versicherungsschutzes.

Abendessen und Abschiedsessen.

Freitagabend
ist für viele der letzte Abend vor der Abreise. Die Lehrerpaare und
die Organisationscrew bedanken sich Mabel Rivero (Berlin) und Ulrich
Avenarius (München) boten einen Showtanz, bevor es dann zur Milonga
überging.

Samstag,
26. Mai bis Freitag, 1. Juni

Samstag
wieder neue Gäste. Wieder ganz viele Paare. Wenig Singles. 
Aber das Gemeinschaftsgefühl ist absolut super und entspannt. Und das tänzerische Niveau lässt keine Wünsche offen.

Kurse und Workshops 
Begrüßt wurden der neue DJ (Arne Herbst, Kiel) und die neuen Tanzlehrer Judith Preuss, Berlin und Diego „El Pájaro) Riemer, BsAs, Lyon, Berlin.

Bei den beiden habe ich einen Kurs belegt und diverse Workshops
(Barridas, Sacadas, Colgadas, Volcadas; Milongaschrittfolgen).

Fazit:
Tolle Lehrer mit hervorragenden fundierten Kenntnissen in Grundlagen
und Techniken des Tangos. Absolut empfehlenswert, jeder für sich und
beide gemeinsam.

Dienstag VOLLMOND am Meer bei sternenklarer Nacht. Immer wieder ein Erlebnis der besonderen Art. Schon Tage vorher beobachteten wir voller Vorfreude wie der „Dicke Gelbe“ immer dicker wurde.

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Einziger Wermutstropfen in diesem Urlaub war das schöne Wetter im Heimatland. Muss es denn unbedingt im nördlichen Hamburg die ganzen Wochen so warm und sonnig sein wie im südlichsten Kreta?

Ich kann doch wohl erwarten, dass, wenn ich in den Süden fliege, das Wetter in Hamburg um einiges schlechter ist. Zumal die Prognosen vom Wetterfrosch eindeutig waren.
Es sollte bewölkt und kühl werden, regnerisch und stürmisch. Ein bisschen Hagel hier, sibirische Winde dort. Nichts von dem ist eingetroffen.
Wenn das Wetter im Heimatland genauso schön ist wie im Urlaubsort, verdirbt einem das die Freude. Für diese entgangenen Urlaubsfreuden wird dieses Biest von Wetterfrosch nach meiner Rückkehr einen hohen Preis zahlen.
Samstag Abend gibt es gebratene Wetterfroschschenkel.