Uruguay, vorbildlich in der Bekämpfung der Corona-Pandemie

31. Juli 2020
Christian

Während Südamerika die Coronakrise schwer zu schaffen macht,
schultert Uruguay die Pandemie meisterhaft. Woran liegt das?

Uruguay, das Land, in dem der Tango entstanden ist, wie einst der argentinische Schriftsteller Jorges Luis Borges geschrieben hat, und in dem das wohl bekannteste Tangolied der Welt geschrieben wurde von Gerados Matos Rodriguez „La Cumparsita“ ist die Coronakrise meisterhaft angegangen.
Während in ganz Südamerika das Virus wütete, auch im Nachbarland Argentinien, hielt sich die Pandemie in Uruguay in Grenzen.

Während sich in Argentinien Mitte Juli 2020 mehr als 5000 Personen an einem einzigen Tag infizierten, beklagte der kleine Nachbar insgesamt 1000, in vier Monaten (!).

Dieser Erfolg ist zurückzuführen auf die Größe des Landes in Relation zu den Einwohnerzahlen, dem verhältnismäßig hohen Wohlstand der Bevölkerung und der Politik.
Nur halb so groß wie die BRD leben hier insgesamt 3,5 Millionen Menschen (11 Millionen Rinder).
Die Hauptstadt Montevideo zählt 1 Million Einwohner, BsAs 18 Millionen.

Es gibt eine wohlhabende Mittelschicht und weniger Armut. Die Mittelschicht kann es sich leisten, Kontakte weitgehend zu vermeiden und hält sich an die Empfehlungen der Regierung.
Die Menschen in den Armenviertel können sich Quarantäne nicht leisten. Sie sind Tagelöhner, müssen arbeiten gehen oder ihre Familien haben nicht zu essen.
In BsAs ist das ein gewaltiges Problem da die Armut hier ungleich höher ist.

Die Regierung Uruguays ist in der Bevölkerung beliebt. Sie tut viel für ihre Bürger und ihre Anordnungen sind sinnvoll. So reagierte sie sofort als vier eingereiste Infizierte gemeldet wurden, indem sie Grenzen und Schulen sofort geschlossen und Hygienemaßnahmen verordnet haben.

Dass die Kinder bereits vor 10 Jahren Computer bekamen, mit denen sie auch umgehen konnten – und die Lehrer auch – hat sich in der Pandemie ebenso bezahlt gemacht wie ein funktionierendes Gesundheitssystem. Dieses sozialliberale Land ist auch sonst sehr weitsichtig, hat es doch schon im letzten Jahrhundert Staat und Religion strikt getrennt, Frauen dürfen sich scheiden lassen, Abtreibungen sind legal wie auch der Verkauf von Marihuana, wie es in einem Artikel der „Süddeutschen“ geschrieben stand und weiter:
In Sachen Pandemie beschloss die Regierung umgehend einen Corona-Fond einzurichten, der sich finanziert durch Gehaltskürzungen von gut verdienenden Beamten, Abgeordneten, Ministern und dem Präsidenten selbst.